Unglaublich aber wahr!

 

Wie ihr sehen könnt, bin ich schwerstbehindert. Ich weiß das und es ist okay. Das ist mein Leben.

 

Heute möchte ich euch aber zwei schockierende Fakten erzählen. Es ist unglaublich, aber ich habe echte Freunde. Puh, erstmal tief durchatmen! Die zweite Sache ist, dass meine besten Freunde total gesund sind. Ja, es ist wahr und nein, ich bezahle sie nicht. Ich weiß auch nicht, wie das möglich ist. Immerhin sabbere ich unaufhörlich, spreche undeutlich wie ein Betrunkener und habe oft schweißnasse Hände. Vielleicht sehen sie darin einfach eine gute Chance, etwas für ihr Karma zu tun.

 

Aber das Traurigste ist, dass einige von euch vielleicht nicht einmal die Ironie und den Sarkasmus in diesen Sätzen verstehen.

 

Wenn Leute von mir hören, denken sie meistens: "Oh, armes Kind! Hoffentlich hat sie gute Freunde.“ Liebe Leute, ich möchte euch jetzt mal was sagen.

 

Erstens: Nur weil ich behindert bin, habe ich nicht automatisch keine richtigen oder nur behinderte Freunde. Ich kann auch entscheiden, ob ich jemanden mag oder nicht. Total normal! Das "arme Kind" bettelt nicht verzweifelt nach Freunden ... Manchmal passt es und manchmal nicht, aber das hängt nicht von der Behinderung ab. Es kommt auf den Charakter, Gemeinsamkeiten und den Zusammenhalt an. Zudem ist es in meinem Fall schwer, überhaupt jemanden zu finden, der die gleiche Krankheit hat. Das kann also nicht der Hauptpunkt sein. Außerdem bin ich mit gesunden Kindern aufgewachsen. Sie kennen mich seit der Grundschule. Sicher; ich bin nicht so ganz wie sie, aber das macht nichts, weil sie mich wie eine von ihnen behandeln. Und zum Glück sind sie ja auch nicht alle gleich. Das wäre sonst wirklich langweilig.

 

Zweitens: Meine Freunde sagen nicht zu anderen Menschen: "Das ist meine arme behinderte Freundin." Sie sagen einfach: "Das ist meine Freundin." Sie bemitleiden mich nicht. Sie sehen nicht meine Behinderung. Sie sehen MICH. Sie verstehen mich und helfen mir und ich kann sie auch unterstützen. Unsere Freundschaft ist keine Einbahnstraße. Es ist ein Geben und Nehmen. Wir reden, streiten, lachen und weinen zusammen. Meine Behinderung spielt da keine Rolle.

 

Ich hoffe wirklich, dass behinderte Menschen in Zukunft irgendwann einfach "normale" Menschen sein werden, Menschen, die nicht mitleidig behandelt werden oder herablassende Blicke bekommen. Leute, die echte Freunde haben. Menschen, die nicht ignoriert werden. Seid bitte ein Teil dieses Wandels in eine offene herzliche Welt. Bitte unterscheidet nicht zwischen "normalen" und behinderten Personen. Bitte seid ein bisschen wie meine Freunde.