Warum?

 

Hallo Gott,

was verdammt nochmal ist mit Dir los?

Du bist doch ach so groß.

Warum, Gott?

Warum hilfst Du uns nicht in der Not?

Tu doch mal was!

Das hier macht echt keinen Spaß!

Warum dieses Leiden?

Warum lassen sich Ehepaare scheiden?

Warum lässt du Menschen sterben?

Warum zerstreiten sich Erben?

Warum gibt es Kriege, Ermordungen und Krankheit?

Warum hat hier keiner mehr Zeit?

Warum sind so viele so verrückt

oder, besser gesagt, aus Deinem Einfluss entrückt?

Warum lässt Du diese böse Welt überhaupt zu?

Du könntest das doch im Nu…

Am Ende sind wir mit unseren Sorgen für Dich noch amüsant

und deshalb gehst Du so auf Abstand

und greifst nie ein…

Aber kann das echt sein…?!

Egal: Du bist einfach nur grausam und fürchterlich.

Weißt Du was? Ich hasse Dich!

Verdammt, wo steckst Du, wenn man Dich mal braucht

und das Leben einfach schlaucht?

Ich bin sicher nicht für Deine Unterhaltung zuständig.

Mein Leben ist NICHT witzig!

Manchmal ist es sogar eine Qual.

He, ich rede mit Dir! Meld Dich mal!

Oder bin ich gerade taub?

Meine Bibel ist schon wieder voller Staub,

aber eigentlich redest Du meistens durch Dein Wort.

Also vielleicht finde ich meine Antworten dort.

… (1. Mose 3, 1-19; 22-24)

Ja… Du hast ja Recht.

Ja, der Mensch ist schlecht.

Eigentlich weiß ich auch, dass wir an all dem selbst schuld sind,

aber trotzdem benehme ich mich wie ein kleines Kind.

Ich weine, schreie und würde Dich am liebsten schlagen,

will die Wahrheit aber nicht hören oder sagen.

Und so schreie ich Dich an, bis ich erschöpft bin.

Erst dann lasse ich den Blödsinn.

Weinend schlafe ich auf Deinem Schoß ein,

denn ich will jetzt bloß nicht allein sein.

Und tief in meinem Herzen weiß ich irgendwo noch:

Ich liebe und brauche Dich doch.

Ja, ich bin stinksauer,

aber vielleicht ist das eher Trauer

und Wut auf diese Welt,

aber nicht auf Dich, mein Gott, mein Held.

Denn wer, wenn nicht Du, kann unsere Fehler geradebiegen

und die Sünde, das Böse, Satan, den Teufel besiegen?

Nur Du kannst mir helfen, mich ihm nicht hinzugeben.

Ja, unser „Fleisch“ ist furchtbar schwach

und deshalb gibt es oft Streit und Krach.

Bitte gib mir und allen anderen dafür Stärke.

Vielleicht sehen auch sie dann Deine großen Werke

und, dass Du eigentlich immer da bist,

denn Du durchleidest mit uns diesen Mist.

Immer wieder hilfst Du mir ja auch,

wenn ich Dich mal wieder brauch.

Oft will ich aber stur meinen Willen durchsetzen.

Deinen will ich dabei eigentlich nicht verletzen,

wenn er nicht gerade Meinem widerspricht.

Mein Egoismus nimmt mir dabei die Sicht

auf Deinen wunderbaren Plan,

den ich selbst gar nicht erfassen kann.

Deine Gedanken sind viel größer, weiter

und vor allem gescheiter

als meine kleinen Gedanken,

um die sich auch gern die Dornen des Bösen ranken.

Danke, dass ich das jetzt verstehe 

und durch Deine Augen sehe.

Und weißt du, was das Schöne ist?

Dass Du mir nie böse bist,

wenn ich mich in einem Wutanfall wie vorhin wiederfind.

Schließlich bin ich tatsächlich Dein kleines Kind.

Zu Dir bin ich ehrlich,

denn Du liebst mich.

Dein Kind