Eine kleine Nadel

 

Ich bin nur eine kleine Nadel.

Wenn ich falle, wird mich keiner hören.

Also halt ich besser mal meinen Schnabel,

denn die Ruhe kann ich eh nicht stören

 

Warum soll ich mehr auf Fleisch verzichten?

Die Tiere sind deswegen trotzdem tot.

Kann ich denn so die Welt richten?

Nein, also spar ich mir mein Brot.

 

Warum sollte ich den Müll sortieren,

warum Fremdes reparieren?

Der Erde geht es dann nicht besser

und die Menschen sind nicht gleich netter.

 

Warum sollte ich bitte teilen?

Kindern in Afrika fehlt trotzdem Brot.

Warum sollte ich gute Gedanken austeilen?

Das lindert schließlich auch keine Not.

 

Einer von 80 Millionen

kann nicht die Welt verbessern.

Es gibt so viele Personen.

Da wird einer mehr nichts ändern.

Andere beeinflusse sicher nicht ich,

aber dafür beeinflusse ich mich…

 

Ich kann mehr auf Fleisch verzichten

und meine eigene Welt richten.

Eigentlich reicht mir auch ein Brot.

Nichts was ich heute esse, ist dann schon tot.

 

Ich könnte ja mal den Müll sortieren

und die Dinge von Fremden reparieren.

Zumindest geht’s so meinem Gewissen besser.

Vielleicht ist sogar der Eine oder Andere netter.

 

Und eigentlich kann ich doch teilen,

um nicht alles nur allein zu haben.

Ich kann gute Gedanken austeilen,

Zufriedenheit in fremden Köpfen ausgraben.

 

Schließlich hab‘ auch ich eine Stimme,

mit der ich mal Aufmerksamkeit gewinne.

Ich weiß, dass wir alle Stimmen haben,

und das sind nicht grundlose Gaben.

 

Ich bin nur eine kleine Nadel.

Wenn ich falle, wird mich keiner hören.

Doch wenn wir fallen wie ein Hagel,

können wir zusammen die Ruhe stören.